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Nach historischen und traditionellen Techniken und auf Grundlage der Erkenntnisse unserer Untersuchung fertigte ich eine Kopie der Birckhioltz-Trompete an.
Eine Kopie kann immer nur eine Anlehnung an das Original sein. Es gilt der Versuch zu verstehen, welche Vorstellungen Wolff Birckholtz für sein Instrument hatte, welche Vorgaben des Trompeters bzw. Auftraggebers, welche Materialien und welche Werkzeuge standen ihm zur Verfügung, welche Handwerkstechniken fanden um 1650 Verwendung und welche Bestimmungen seitens der Nürnberger Handwerksordnung waren zu erfüllen.
Nach Zuschnitt, verzahnen, mit Silberlot verlöten und am Amboss aushämmern nimmt das Schallstück langsam Form an. Auf einem speziell angefertigten Schallstückeisen konnte ich durch anreiben die endgültige Form erreichen. Dieses Eisen verwende ich auch als Form zur Herstellung des Kranzes. Die Rohre aus Blechzuschnitt auf Stoß verlötet und mit Zieheisen auf Maß und Form gebracht. Hülsen und Knauf werden ebenfalls aus Blechzuschnitt angefertigt und mit diversen Punzeisen entsprechend dem Original verziert.
Der Kranz wird von einer Graveurmeisterin aufwendig per Hand gestochen. Hülsen, Knauf und Kranz werden versilbert. Die Ösenplatten graviert und die Ringe mit Silberlot gelötet. Die Bögen in einer Holzform gebogen, die fertigen Ösen mit Zinnlot an die Bögen gelötet. Die Oberfläche der Rohre, Bögen und das Schallstück wird geschabt. Die jeweiligen Enden der Rohre und Bögen werden geweitet bzw. eingezogen, da alle Verbindungen gesteckt sind.
Bienenwachs verwende ich als Dichtungsmittel.  Ein Holzklotz zwischen Rohr und Schall wird mit Kordel umwickelt und fixiert das Instrument, der untere Bogen mit Draht am Schallstück befestigt.
Der große Moment: Lässt die Trompete sich blasen? Und wenn ja, wie??
Die ersten Töne in meiner Werkstatt überzeugen mich, aber das ist nach einer so intensiven Arbeit sehr subjektiv.
Einer der besten und erfahrensten Naturtrompeter, Jean-Fancois Madeuf, wird um einen Test und eine Begutachtung gebeten. Und diese fällt gut aus. Der erste Schritt ist erfolgreich gemacht!

 Das nächste Ziel: Kopien bauen für die Praxis, d.h. für Konzerte mit Kompositionen des 17. und 18.Jhd.
JF Madeuf und Friedemann Immer stellen ein Ensemble und ein attraktives Konzertprogramm zusammen und meine Werkstatt hat 6 Trompeten für diese Veranstaltung zu bauen.
Im Juli 2007, zum 775jährigen Gemeindejubiläum, organisieren wir ein Konzert in der Dorfkirche zu Belitz. Aus Anlass dieses Jubiläums wird der Kirchgemeinde eine Kopie der Birckholtz-Trompete für das Epitaph überreicht. Erstmals erklingt wieder die Trompete in einem Konzert.
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